News Kiran Village 13.01.2012
Im KIRAN Village wird das Sockelgeschoss gemauert.

Im KIRAN Village wird das Sockelgeschoss gemauert.

Das Fundament ist vollendet und der "Betongurt" wird betoniert für das Housing Projekt im KIRAN Village.

SMB
Wohnen in Immensee
Öeffentlicher Projekt Projekt Wettbewerb
Ziele des Wettbewerbes
In Immensee, auf dem Gelände der SMB, sollen im laufe der nächsten ca. 20 Jahre, in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Küssnacht und einer Trägerschaft, verschiedene Wohnformen und die notwendigen Infrastrukturbauten realisiert werden.
Ca. 350 bis 450 Einwohner kommen dazu und verschiedene Arbeitsplätze werden entstehen.
Mit einem öffentlichen Projektwettbewerbs Verfahren wollen die Auslober eine zweckmässige, zeitgemässe Lösung der Aufgabe finden und dem neuen Ortsteil von Immensee eine neue Identität geben.
Verschiedene Generationen und Kulturen sollen sich hier zusammenfinden können und im entstehenden Quartier eine Heimat finden.
Mit dem Wettbewerb ist eine Idee und Vision für das neue Quartier im Planungsperimeter vorzuschlagen das in den nächsten ca. zwanzig Jahren entstehen soll. Ein Masterplan ist zu erarbeiten, mit dem ausgelotet wird, welche Dichte und welche Volumen dem Ort angemessen sind und wie die zu etappierende Erschliessung erfolgen kann. Im Betrachtungsperimeter kann eine Freiraumplanung vorgeschlagen werden, welche aufzeigt , wie der neu entstehende Ortsteil mit dem bestehenden Teil von Immensee verknüpft und aufgewertet werden kann.
Für die erste Bauetappe im Bereich des heutigen M1 sind im Projektwettbewerb ca. 50 Wohnungen mit den nötigen Infrastrukturelementen vorzuschlagen.
Das Projekt soll den Anforderungen der Nachhaltigkeit eine Form geben. Von den Gebäudestrukturen wird erwartet, dass sie sowohl Alterswohnungen, Familienwohnungen, Kleinwohnungen oder Wohnungen mit Betreuung aufnehmen können. Da die Anforderungen sich ändern können, müssen die Strukturen und Grundrisse entsprechend flexibel geplant werden.
Es werden Antworten erwartet auf die Frage: Wie können verschiedene Generationen nebeneinander und miteinander wohnen, was können sie einander geben, was von den anderen erhalten.
Vom Projektwettbewerb erwartet die Ausloberin funktionstüchtige, kostengünstige, im Betrieb und Unterhalt wirtschaftliche und den ökologischen Erfordernissen der Zeit entsprechende Projektvorschläge.
Gelände
Das Wettbewerbsgelände umfasst bestehende und noch genutzte Bauten der SMB, einen Bauernhof, sowie Wiesland. Die Bauten werden nach einem Etappenplan der Bedürfnisse und als Resultat des Ideenwettbewerbes abgebrochen.
Das Gelände schliesst an die qualitätsvollen Bauten des Gymnasiums Immensee sowie an das Gewerbezentrum Hohlegasse, in den Räumlichkeiten vormaligen Calendaria, an.
Planungsperimeter
Der Planungsperimeter umfasst ca. 21’400 m2 und grenzt direkt an die bestehenden Bauten des Gymnasiums Immensee.


Verfahren
Einstufiger Projektwettbewerb in Anlehnung SIA 142, Ordnung für Architektur- und Ingenieurwettbewerbe, Ausgabe 2009.
Teilnahmebedingungen
Es handelt sich um einen öffentlichen Projektwettbewerb für Architekten und Landschaftsarchitekten. Teilnahmeberechtigt sind Architekten und Architektinnen, Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen mit Wohn- oder Geschäftssitz in der Schweiz.
Der Beizug von Fachplanern (z.B. Verkehrsplaner) ist erwünscht.
Preisgericht
Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter
Josef Meili, Präsident Generaloberer SMB
Stefan Kaiser Bezirksammann Bezirk Küssnacht
Ernstpeter Heiniger Generalvikar SMB
Leopold Mantz Vorstand Zivilverein, Ersatzsachpreisrichter
Fachpreisrichter
Monika Jauch-Stolz Architektin, Luzern
Hanspeter Oechsli Architekt, Schaffhausen
Benedikt Stähli Landschaftsarchitekt, Cham
Roman Giuliani Architekt, Diessenhofen
Ruedi Zai Architekt, Zug, Ersatzfachpreisrichter
Beraterinnen und Berater ohne Stimmrecht
Carole Mayor Bezirksrätin Küssnacht
Alexander T. Kirschner Verwalter und Administrator SMB
Josef Wechsler Verwalter Sunnehof Immensee
André Guntern Abteilungsleiter Ressort Planung Umwelt Verkehr, Küssnacht
NN Verkehrs- und Einwohnerverein Immensee
NN Mitglied Alterskommission
Oeffentliche Beurteilung durch das Preisgericht
Die Beurteilung durch das Preisgericht wird teilweise öffentlich durchgeführt, um interessierten Kreisen der Bevölkerung einen Einblick in die Beurteilung zu ermöglichen. Dieses Vorgehen hat sich bei den Wettbewerben für das Strandbad Seeburg 2006 und den Wettbewerb für den Werkhof, den Öekihof und die Buseinstellhalle im letzten Jahr bestens bewährt.
Preise, Ankäufe und Entschädigungen
Dem Preisgericht steht eine Preissumme von Fr. 160’000.- (exkl. MWSt) zu Verfügung.
Termine
Ausschreibung der öffentlichen Projektwettbewerbes 05.12.2011
Abgabe des Wettbewerbsprogrammes über Internet 05.12.2011
Abgabe der Wettbewerbsunterlagen gegen ein Depot ab 05.12.2011
Einreichen der Entwürfe 20.04.2012
Beurteilung durch das Preisgericht 1. + 2. Tag 23.05.12/24.05.2012
Beurteilung durch das Preisgericht 3. Tag 30.05.2012
Ausstellungseröffnung mit Apéro 22.06.-01.07.2012
Raumprogramm
Es sind Wohnungen anzubieten, welche kostengünstig zu erstellen und zu betreiben sind. Es sind Konzept- und Konstruktionssysteme vorzuschlagen, welche flexibel sind in Bezug auf die Grösse der Wohnungen, auf den Mix der verschiedenen Wohnungsgrössen und den Anteil an Alters-Wohnungen.
Beim betreuten Wohnen verstehen wir das Wohnen in Behinderten gerechten Wohnungen mit einer Betreuung durch Spitex. Der Gebäudebereich mit diesem Angebot wird auch mit einem Pflegebad und mit weiteren Räumen für die Gemeinschaft ausgestattet.
Die Wohnungen entsprechen weitgehend den Anforderungen, welche auch an die kostengünstigen Wohnungen gestellt werden.
Die Idee des Generationenhauses ist angemessen umzusetzen. Alt und Jung, gesunde und gebrechliche Bewohnerinnen und Bewohner sollen sich begegnen und gegenseitig unterstützen können. Das Ruhebedürfnis vieler älterer Personen ist zu respektieren und eine entsprechende Situierungen für einen Teil dieser Wohnungen an ruhiger Lage ist selbstverständlich.
Räume und Anlage welche für das wachsende Quartier notwendig und sinnvoll sind, sind entsprechend der Bauetappe vorzuschlagen.
D 1 Erste Bauetappe
Im Bereich des ehemaligen Gebäudekomplexes M1:
Total ca. 50 Wohnungen, davon ca. 50% für das betreute Wohnen und
ca. 50% für kostengünstige Familien- oder Partnerschafts-Wohnungen.
D 2 Weitere Etappen
Die weiteren Etappen D 2.1 und D 2.2 sollen im Laufe der nächsten ca. 20 Jahre realisiert werden. Erkenntnisse der ersten Bauetappe, Bedingungen der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen werden das Projekt, wie den Zeitplan wesentlich beeinflussen.
Von den Projektverfassern wird heute eine Gestaltungsidee für das Siedlungskonzept, die Baumassenverteilung, das Umgebungskonzept, die Erschliessung und die mögliche Parkierung erwartet.
Grundrisse müssen nur im Erdgeschoss ausgewiesen werden, Mst. 1:500.
D 2.1 Wohnungen
Ca. 100 Wohnungen, die Anzahl hängt von der gewählter Dichte und dem Konzept ab,
davon ca. 50% für das betreute Wohnen und ca. 50% für kostengünstige Familien- oder Partnerschafts-Wohnungen und Generationenwohnungen.
D 2.2 Alters- und Pflegeheim (Alterszentrum) Ersatzbau für M2
Das Alters- und Pflegeheim ist eine Option in späteren Jahren, die Notwendigkeit und das Anforderungsprofil sind noch nicht ausgewiesen.
D 2.2.1 Das Zentrum soll 4 Pflegeabteilungen mit ca.15 Einer-Zimmer und den entsprechenden
Infrastrukturräumen aufweisen.
Die Dimensionen und Dispositionen sind relevant für den Masterplan. Es ist durchaus möglich,
dass die Zukunft andere Alterszentren verlangt, was an diesem Ort dann realisiert werden
könnte. Zeithorizont ca. 20 Jahre.
Nun sind wir gespannt auf die Anzahl der teilnehmenden Büros und Teams und vor allem auf die Ideen und Vorschläge welche für dieses spannende Grundstück erarbeitet werden.
Am 14.12.2011 werden wir die Interessierten zu einer Besichtigung auf das Gelände und in die bestehenden Bauten einladen.
Ruedi Zai, Architekt

Zu den Äusserungen von Stadtrat Ivo Romer in der Neuen Zuger Zeitung vom 04.10.2011.
Und weshalb genau, Herr Stadtrat Romer, sollte die Perlen Initiative der Stadt Zug das Genick brechen?
Könnte es sein, dass wir im Wohlstand verlernt haben genau hin zu schauen und präzise zu rechnen? Da schätzen Sie z. B. beim Zurlaubenhof allein mit einem 3-stelligen Millionenbetrag, der die Stadt bei Annahme der Initiative bereitstellen müsste.
Fakt ist, dass der Zurlaubenhof heute bereits ein Schutzobjekt ist und viele öffentliche Gelder vor Jahren schon in seinen Erhalt investiert wurden. Die Perlen Initiative verlangt nicht, dass die Stadt den Zurlaubenhof kaufen muss, sondern lediglich verhindert, dass Neubauten das Ensemble in seiner hohen Qualität beeinträchtigen. Eigentlich wissen wir alle, dass ein Hof sich auch auszeichnet durch seine Einbettung in der Landschaft und durch seinen ihn umgebenden Freiraum. Beim Lüssihof oder beim Moosbachhof am Blumenweg kann beobachtet werden wie ein Hofcharakter abhanden kommen kann.
Von den 32'450 m2 beim Zurlaubenhof müssen vielleicht ca. 8'000 m2 blockiert werden, damit das von Strassen und Wegen begrenzte Areal frei von Neubauten bleibt und unseren Nachkommen ein Spielraum für Entscheide bleibt.
Dass ca. 8'000 m2 selbst bei den stolzen Zugerpreisen einen dreistelligen Millionenbetrag ausmachen sollen, lässt doch einige Fragen aufkommen.
Nochmals sei daran erinnert, dass die Perlen Initiative die Besitzer der Grundstücke für die Beschränkung ihrer Möglichkeiten vergüten will, so wie ein Landwirt für den reduzierten Ertrag entschädigt wird, wenn er aus Gründen des Gewässerschutzes nicht mehr düngen darf. Der Kauf durch die Stadt ist lediglich eine Möglichkeit, wenn dies der Eigentümer verlangt.
Mit der Perlen Initiative wollen wir darüber nachdenken und diskutieren, was eigentlich die Qualitäten von Zug ausmachen und für was wir, wie viel Steuersubstrat hergeben wollen.
Dank dem Reichtum unseres Landes und besonders unserer Stadt haben wir das Privileg und auch die Pflicht an die Zeit nach uns zu denken. So wie wir uns an der Altstadt erfreuen, sollen unsere Nachfahren auch Erbschaften aus unserer Zeit erhalten.
Vergessen wir nicht, mit der Perleninitiative geben wir nichts weg. Wir frieren wertvolles Land ein. Generationen nach uns sollen entscheiden können, ob ihnen grosszügige Freiflächen mitten in der dicht bebauten Stadt Zug einen Wert darstellen oder ob sie doch lieber den monetären Nutzen davon haben wollen. Inzwischen ist Land auf jeden Fall eine interessante Wertanlage, auch für eine Stadt.
Ich denke, dass es andere Gefahren als die Perleninitiative in und um unsere Stadt gibt, welche uns in nächster Zeit das Genick brechen könnten.
Ruedi Zai, Architekt Zug
Vorstand Zuger Heimatschutz
Das Kiran-Village liegt in der Provinz Uttar Pradesh (UP) im Nordosten von Indien. UP hat ca 250 Millionen Einwohner und rangiert im HDI Index auf Platz 169 (wie Congo)
HDI = Human Development Index. Nicht nur die Armut als Hungerfaktor ist hier gewertet, sondern auch der Zusammenhang von Bildung, Hygiene, Impfungen etc.
Ein Kinderdorf mit täglich weit über 200 Kindern, davon ca 2/3 behindert, etwa 60 Kinder wohnen im Village, in Grossfamilien, die kleineren und die grossen Mädchen als je eine Familie, die Knaben im nahegelegenen Boys-hostel, 2 Fussminuten entfernt. Die auswärts in den Dörfern lebenden Kinder werden täglich von eigenen Schul-Bussen ins KIRAN und wieder zurück befördert. Grössere behinderte Jugendliche, welche der KIRAN Grundschule entwachsen sind und an der Universität studieren, wohnen in der Stadt Varanasi in einem betreuten Kiran-eigenen Haus.
Obwohl ich letztes mal, des Zählens müde, angekündigt habe, dass ich meine Coachingeinsätze als Orthopädist im KIRAN nicht mehr zähle: es war mein 9.Einsatz mit Theorielektionen, praktischer Unterweisung und Mitarbeit in der Orthopädie-Werkstatt (O&P). Die praktischen Instruktionen beinhalten, auch nach 4 Jahren immer noch, die Organisation von eigenem Arbeitsplatz, - des Tages und der Woche. So starten wir zusammen um 09.00 Uhr nach „Swiss Time“, was heisst: pünktlich. Der „Second in Charge“ also der Stellvertreter des Werkstattchefs zählt die anstehenden Arbeiten auf und fragt in der kleinen Runde, wer wem helfen kann oder Kapazitäten hat um Reparaturen etc ausführen zu können. Der „Second in Charge“ kam durch Heirat zu seinem „Titel“. Ein Inder der heiratet möchte in der Regel auch automatisch in seiner Arbeit aufsteigen. Da ich die Aufgaben des Werkstattchefs sowieso etwas aufteilen bzw. entlasten wollte, kreierten wir diese Semikaderstelle. Und es funktioniert!

Der Start diesen Oktober wurde durch die Visaverweigerung an unsere 2 neuen Orthopädisten-Zivildienstler überschattet. Philipp, der im Sommer 2011, und Dominik welcher im 2009 seine LAP abgeschlossen hatte mussten mit samt ihren gepackten Koffern zuhause bleiben. Die Botschaft hat es nicht mal für nötig befunden, eine Begründung mitzuliefern. Die traurige Bilanz somit: anstelle 2er ZIVI’s in Indien – 2 Arbeitslose in der Schweiz und ein geforderter Berufsschullehrer welcher die Arbeiten welche den ZIVI’s zugewiesen worden wären auch zu erledigen versucht. Auch unsere indischen Kollegen und Freunde bedauerten, dass ich diesmal keine jungen Schweizer im Schlepptau hatte. Wir arbeiten daran - ein Botschaftsbesuch in Bern durch unsere Gründerin und Leiterin Sangeeta Judith Keller ist im November geplant.
Dafür kam aber mein Freund Kalle, Konditormeister a.D. mit, um in der Bäckerei des KIRAN ein paar Ideen einzubringen. Nach seinem ersten Kulturschock hat er tolle Arbeit geleistet mit dem Bakeryteam. Neue Backwaren ausprobiert bis zur Produktionsreife, Rezepte überarbeitet, und festgehalten, was klimabedingt unbedingt zu unterlassen sei. (Torten mit Rahm, Glacé etc) Auch wegen mangelnder Zuverlässigkeit der Elektrizitätsversorgung (Kühlschrank!) sind Experimente vorsichtig anzugehen, um Mägen von Kunden nicht zu strapazieren. Der Schwerpunkt meiner Arbeiten und Instruktionen galt diesmal mehrheitlch (aber nicht ausschliesslich) der Beinprothetik. Auf die Auswahl der Patienten habe ich keinen Einfluss. Diese werden bei Besuchen unseres Outreach-Teams in den Dörfern ausgelesen. Meist werden schwierige bis sehr schwierige Fälle für mich aufgeboten. (--!!?)
Der 45-jährige Mann mit Armamputation vor ca 15 Jahren wollte eine Prothese mit Fingergelenken, um Motorradfahren zu können. Man rate was ich diesem Mann erklärte – in einem Bundesstaat wo noch so viele Fälle mit Kinderlähmung (gottlob kaum neue Fälle, aber bereits bestehende) und Cerebrale Lähmungen (CP oder Spastiker) zu versorgen sind.
Einen kleinen Jungen mit einer Skoliose (Wirbelsäulenverkrümmung) von über 90° musste ich leider zur Versorgung ablehnen. Ab ca 40-45° sind nur Operationen zur Versteifung der Wirbelsäulenabschnitte hilfreich. Die Mutter musste mit ihrem Kind den mehrstündigen Heimweg mit dem Bus unverrichteter Dinge wieder antreten.

Frontalansicht Seitenansicht
Den 19jährigen jungen Mann, der bei einem Zugunglück beide Beine oberhalb der Knie verloren hat, steht mit unserer Hilfe wieder auf 2, wenn auch künstlichen, Beinen. Das Zugunglück, so wie ich das verstanden habe geschah, weil er sich aussen am überfüllten Zug hingehängt hat, und dann runterfiel und unter die Räder kam. Der Weg zu den ersten Schritten ist aber noch mit viel Mühe und Arbeit zusammen mit unserer Physiotherapie verbunden. Auch das An-Abziehen der Prothesen, das Aufstehen aus dem Sitzen braucht Zeit und Energie. Solche hier verwendete kostenintensiven Prothesen- Kniegelenke führe ich stets im Gepäck mit. Es sind geschenkte, gebrauchte Module aus der Schweiz, die ihren Dienst in Indien noch lange tun können.

Shameem, unser in der eigenen Werkstatt angelernte Orthopädist, wurde von mir diesmal intensiv in der Beinprothetik unterwiesen. Die Giessharztechnik hat er bereits letztes Jahr erlernt – und so kommt nun ein weiteres Element dazu: der Aufbau einer Beinprothese. Ich werde ihm nicht die Gesetze der Biomechanik beibringen können (mangels meiner Geduld und seiner schulischen Vorbildung), vertraue aber auf sein „Gschpüür“ für die Orthopädie-Technik, welches er zweifelsfrei hat.
Beinprothesen im Rohbau
Am Finish von Orthesen bin ich seit Anbeginn meiner Tätigkeit im KIRAN am Kämpfen. Diesmal ordnete ich an, dass eine NEUE Orthese komplett auseinandergenommen werden musste um ein tadelloses Finish hinzukriegen. Davor allerdings liess ich alle gesichteten Schönheitsfehler teamintern aufzählen. Daraus resultierte auch eine 6-Punkte Finishing-Checkliste, nach welcher nun die Hilfsmittel durch ein zweites Augenpaar innerhalb des Teams kontrolliert werden „müssen“. Das geht nämlich schon - wie die Bilder beweisen!
- saubere Vernietung
- abgerundete Metallschienen
- saubere Kunststoffkanten
- beide Orthesen gleich hoch

Neben den ganzen Werkstattmaterialien und Prothesenpassteilen gelangten auch diesmal wiederum 2 brauchbare Rollstühle aus der Schweiz nach Varanasi. Zwar ein „Cheibechrampf“ diese herumzuschleppen, am Extrabelt in Delhi zu suchen, ins Taxi zu nehmen für einen kurzen Hotelschlaf, dann zurück zum Airport, wieder einchecken in der Hoffnung auf etwas Wohlgesinnung wegen Übergepäck in Indien. Das „Dankeslächeln“ beim Eintausch gegen den alten Rolli entschädigt für Vieles. Dank auch an meine Frau Silvia, die sich jedes Jahr bereit erklärt, wieder so einen Rolli anzuschleppe.

Vorbereitungen zuhause
Bilanz dieses Einsatzes:
- ich erkenne, dass die Routinearbeiten an Orthesen sehr gut selbständig gemacht werden.
- die Kunststoffverarbeitung klappt prima
- Giessharzverarbeitung wird auch künftig wegen der Luftfeuchtigkeit während vieler Monate ein paar Probleme bergen
- am Finishing werden wir noch lange arbeiten
- die fehlenden Grundkenntnisse der Mathe* kann ich nur teilweise etwas nachschulen
(*so habe ich diesmal den Kreis, dem runden Fladenbrot zur Erklärung sei Dank, den rechten Winkel und ein paar Abweichungen davon erklärt und wiederholt durchgearbeitet)
Danke der Leitung der ABZ, mir diese Einsätze zu ermöglichen.
Hampi Stastny 27.Oktober 2011
Die Fundamentarbeiten für das Housing Projekt im KIRAN Village sind im Gange.


am Samstag, 1.Oktober
von 12:00 bis 17:00 Uhr Besichtigung
ab 12:15 musikalische Unterhaltung sowie
Festwirtschaftsbetrieb bis 24:00 Uhr
In Zug hat es viele Perlen, nicht nur auf den Dékolletées und an den Ohrläppchen vieler Bewohnerinnen.
Zug hat eine ganz grosse, sehr alte Perle: Die Altstadt mit prächtigen Bauten wie dem Rathaus, den wohl proportionierten Wohn- und Geschäftshäusern entlang der Gassen und Gässchen und vor allem dem Zytturm. Wie oft haben wir an ihn hinaufgeschaut und waren auch etwas stolz auf unsere Vorfahren, die so was ausgedacht und erbaut haben.
Doch ohne Grosszügigkeit und Gemeinsinn hätten die ca. 600 Zugerinnen und Zuger das im Mittelalter nicht realisieren können. Ohne diese Weitsicht und Opfer könnten wir uns heute nicht alle daran erfreuen und miteinander von diesen Planungen und Verwirklichungen profitieren.
Einige hundert Jahre später, im Jahre 1980 einigten sich die Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner in einer Volksabstimmung wieder zu einer mutigen Tat. Es ging darum, das Guggi hinter der Hauptpost von einer geplanten Bebauung frei zu halten. Die Ziele der Initiative lauteten: Rettung der letzten grünen Insel im Herzen von Zug, der Landschaftsschutz und die Verantwortung für die kommenden Generationen. Nach 31 Jahren ist die heutige Generation, das sind wir, dankbar für diese weise Voraussicht. Es kostete auch etwas, doch die Kosten konnten sich nun ca. 23'000 Einwohnerinnen und Einwohner teilen. Selbstverständlich mussten die Eigentümer fair entschädigt werden, damit die Gemeinschaft als Ganzes davon profitieren kann.
Das ist ja gerade die Kunst, in einer Stadt herauszufinden, wie viel kann und muss der Einzelne dazu beitragen oder übernehmen, damit das Ganze qualitätsvoll ist, lebenswert bleibt oder einzigartig wird. Die Gemeinschaft mit allen Einheimischen, Zuzügern und Gästen soll einen Mehrwert erleben können. Eine heikle Balance, die nie ohne das Mitwirken, Einbringen, Beitragen und Mittragen der einzelnen Bewohnerinnen und Bewohner erreicht werden kann.
Zug steht seit längerer Zeit unter einem ungeheuren Druck: Noch viele möchten teilhaben an den Schönheiten und anderen Vorteilen unserer Stadt. Die Verlockung der heutigen Grundeigentümer ist gewaltig, ihre Parzellen zu einem hohen Preis zu veräussern. Doch wie geht das weiter? Wie sieht das in 25 oder 50 Jahren aus? Können unsere Nachfahren dann auch auf eine harmonische Stadt stolz sein, werden Touristen diese Entwicklungsfrüchte anschauen kommen? Wer wohnt dann überhaupt hier?
Im Vorstand des Zuger Heimatschutzes diskutieren wir immer wieder darüber, was zu tun sei, was einer lebenswerten Zukunft Zugs helfen könnte.
Mit der Perlen-Initiative haben wir eine der vielen möglichen und nötigen Antworten gefunden: Wir machen es wie unsere Ahnen, wir engagieren uns für die Gemeinschaft. Wir spielen für unsere Nachfolger-Generation ein Stück Zug frei, in dem wir vier für das Stadtbild und Stadtgefühl wichtige Orte vom Baudruck befreien. Wir wollen diese Orte - so wie sie heute sind - den Generationen nach uns übergeben, die dann aus ihrer Sicht entscheiden sollen, was für die Stadt die richtige Lösung sein wird. Der Blick der heutigen Generation auf die Stadt ist ein momentaner, ein Blick aus einer Zeit des Wachstums, des vielen vermeintlichen Geldes und der Lust auf Hochhäuser. Wir wollen nichts verhindern, nur zusätzliche Stadtbilder und Lebensqualitäten in der Zukunft ermöglichen.
Die vier Orte, die vier vorgeschlagenen Perlen haben nicht wir ausgesucht. Es waren Planer und Politiker welche für die Stadt Zug im Rahmen des Entwicklungskonzeptes des Zuger Stadtrates im Jahre 2006 definiert und bestimmt wurden.
Sicher gäbe es noch andere „schlafende“ Perlen in der Stadt, doch wir wollen nicht übertreiben und die Möglichkeiten und Finanzkraft der Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner nicht überstrapazieren.
Schade haben unsere grösseren Parteien FDP und CVP, als sie vor der Sommerpause von der noch unveröffentlichten Perlen-Initiative hörten, sofort ohne weitere Informationen einzuholen und sich einige Gedanken zur Zukunft von Zug zu machen aus der Hüfte geschossen. Doch die Schüsse gingen ins Leere. Bei der Perlen-Initiative geht es weder um eine Verstaatlichung noch um eine trickreiche Umzonung, welche die Eigentümerinnen und Eigentümer hintergehen würden. Die Initiative will die bezeichneten Parzellen nur heute freihalten.
Dass die Grundeigentümer, bei einer Annahme der Initiative fair entschädigt werden, gehört sich und muss in einer Gesellschaft wie der unsrigen selbstverständlich sein.
Es ist üblich und hat in der Schweiz Tradition, dass der Verzicht von Einzelnen zu Gunsten der Gemeinschaft entschädigt wird. Der monetäre Ausfall eines an sich zu erwartenden Nutzens wird abgegolten. So werden z. B. Bauern dafür entgolten, wenn sie die Wiesen entlang von Gewässern nicht mehr düngen dürfen und entsprechend weniger Ertrag haben. Ähnlich soll es für die betroffenen Grundstücke sein, wenn auch auf einem anderen Niveau, wie es sich für Zug gehört.
Sollte ein Grundeigentümer sich unter diesen Umständen zu einem Verkauf entschliessen, müsste die Stadt das Grundstück zu einem Marktpreis übernehmen. In diesem Prozess sehen wir keine Verstaatlichung. Die Stadt hat bei einem notwendigen Kauf einen qualitätsvollen Gegenwert, der umgehend im Stadtvermögen aufgeführt werden kann.
Wenn 600 Zugerinnen und Zuger mal einen Zytturm oder ein Rathaus sich leisten konnten, so werden 27'000 Einwohnerinnen und Einwohner sich diese vier Perlen wohl auch leisten können, sofern uns an der Zukunft von Zug, unserer Heimat und dem Handlungsspielraum für unsere Nachfahren etwas liegt.
Auch bei den Schmuck-Perlen geht es nicht immer nur um den monetären Wert.
Ruedi Zai, Vorstandsmitglied
Zuger Heimatschutz
Beim Bau des Clubhauses Playing Bear Ranch beim Havilandlake in Durango Colorado US 1976 entdeckten wir die Kraft der Sonne und wie wir die Energie für den Konfort der Besucher der Sportanlagen und der Bewohner einfangen konnten: Thermiekollektoren für die Warmwasseraufbereitung des Gebrauchswassers, des Hottop sowie der Speisung der Leitungen in der Bodenkonstruktion zur Speicherung der Wärme. Der Wintergarten schuf die Zwischenklimazone. Hier stand der Hottop. Ein angenehmer Aufenthaltsort bei sonnenreichen Tagen und tiefen Aussentemperaturen auf 2500 m ü M.
Zwei Holzöfen liefern die fehlende Energie. Das Gebäude leistet noch heute für neue Besitzer seine Dienste, die Installationen haben sich weitgehend bewährt.

So wie die Dichtungen der Kollektorenzuleitungen ins Alter kamen, so ergeht es auch dem Initator und ersten Bewohner Ruedi Bear. Für den neuen Lebendabschnitt suchte er sich einen neuen Ort und findet ihn auf dem Weg von Durango nach Mesa Verde am Macos River.
Der neue Ort gibt uns die Chance beim Bau des Hauses die Erfahrungen der letzten Jahre zu konkretisieren.
Das kompakte Haus kommt nun ohne Zusatzheizung aus. Wie es sich gehört produziert das Gebäude mehr Energie als dass es mit seinen Bewohnern verbraucht.
Die Thermie Kollektoren, die Bodenheizung und Speichermasse sowie vorallem die starke und konsequente Isolation, speziell im Anschlussbereich Fundament, Bodenkonstruktion, Wandanschluss, tragen ihre Früchte.
Auf einen Wintergarten verzichten wir, die große, geschützte Veranda ist an den vielen Sonnentagen ein angenehmer Aufenthaltsort. Die Holzbehandlung mit der von Läusen gewonnenen Imprägnierung integriert das Gebäude in seine Umgebung. Lediglich die Kollektoren für die Thermie und die Fotovoltaik verraten die neue Zeit.

Ruedi Zai Architekt
Jetzt ist er da, dieser massige, unförmige Brocken in der Herti und droht mit seinem Volumen das Stadtbild zu dominieren.
Doch es gibt auch Lichtblicke für unser Städtchen: Was sich auf dem alten Kantonspitalareal tut, lässt die Hoffnung nicht sterben, dass einige Qualitäten unseres Ortes erhalten und gestärkt werden können. Was die Baudirektion in Zusammenarbeit mit den Zuger Architekten Albi Nussbaumer und Landschaftsarchitekten Erich Zwahlen für das Areal vorschlagen ist ein Konzept, das überzeugt und ein grosses Potential für die Stadtentwicklung in sich birgt.
Der Vorschlag der Seeterrasse schenkt uns allen das, was wir gerne zuhause hätten, einen solchen Ort am See. Das Konzept schlägt ausgewogene Bauvolumen mit einer zweckmässigen Erschliessung vor, die sich für verschiedene Nutzungen ausgezeichnet eignen. Weitere Studien und Abklärungen werden Klarheit über die geeigneten Nutzungen für diesen Ort schaffen.
Die Nutzungen auf dem Niveau der Seeterrasse an der einmaligen Lage sind für die Öffentlichkeit vorgesehen. Hier ist der ideale Ort für das neue Kunsthaus. An einem Ort an den man sehr gerne hingeht, mit einer attraktiven Vorzone für Skulpturen. Das Kunsthaus braucht nur wenig Fenster zur Aussicht, viele Ausstellungsräume und Lagerräume können im Sockel der vorgesehenen Wohnbauten untergebracht werden. Raumreserven können vom Standort ungebundenem Gewerbe zwischen genutzt werden.
Der grosse Vorteil für die Stadtentwicklung ist die Tatsache, dass Zug Süd einen attraktiven Zielort bekommt. Besucher von Nah und Fern, welche vom Kunsthaus angezogen werden, durchwandern oder durchfahren unsere Stadt, erleben viele attraktive Orte und beleben so unsere Neustadt und die Altstadt.
Der alternative Standort für ein Kunsthaus auf dem Dreispitzplatz ist sehr klein und zu nahe beim Bahnhof. Wir möchten die Gäste in der Stadt sehen, nicht nur um den Bahnhof herum. Im Supermarkt ist die Milch schliesslich auch nicht bei der Kasse. 1998/99 veranstaltete die Stadt Zug einen Projektwettbewerb für den Dreispitzplatz.
Es lohnt sich wiedermal die Beiträge anzuschauen. Dazumal wurde viel Wert auf den Freiraum an diesem Ort gelegt und die Parkplätze in den Untergrund verlegt. Ich glaube nicht, dass sich die räumlichen Qualitäten und Beurteilungen eines Stadtquartiers innert 10 Jahren derart ändern.
Freuen wir uns daran, dass die Stadtentwicklung im Süden Einiges verspricht.
Ruedi Zai Architekt